Reformierte Kirchgemeinde Langenthal
Sieger und Verlierer
Dieses Wochenende ist es wieder so weit. Gestern startete - sofern nicht ganze Mannschaften aus den USA ausgeschafft wurden - die Fussball-WM und am Samstag wird, sofern keine trumpesken Eskapaden den Spielplan durcheinanderbringen, auch unsere Nati ins WM-Geschehen eingreifen. Millionen von verhinderten Nationalmannschaftstrainern (und vereinzelte -trainerinnen) werden mitleiden, reklamieren, jubeln, weinen, feiern, derweil Experten darüber fachkundig diskutieren werden, ob der Schnitt von Grashalm NCEJ-A64578-KNZ677 an der Strafraumgrenze links entscheidend für den Ausgang des einen oder anderen Spieles war. Am Sonntag 19. Juli wird spätestens nach einem Penaltyschiessen gegen Mitternacht der neue Fussballweltmeister feststehen. So weit so harmlos, das Ganze.
Dieses Wochenende wird auch unser Land in rund 50% Sieger und Siegerinnen resp. und 50% Verlierer und Verliererinnen einteilen. Die Nachhaltigkeitsinitiative (10-Mio-Initiative) hat schon lange ihre Schatten auf die Stimmberechtigten geworfen. Allenthalben wird versucht, deren Meinungen zu beeinflussen. Dabei versprechen beide Seiten eigentlich das gleiche: unser Land, die Schweiz, so zu bewahren wie sie ist, wie wir sie alle schätzen und lieben.
Auf die jeweiligen Argumente eingehen mag ich an dieser Stelle nicht. Das machen Expertinnen und Experten an anderer Stelle ausführlicher. Wer will, hat keine Mühe, sich mit Expertenanalysen, Facebook-Meinungen, Insta-Posts, Fake News und Schimpftiraden umfassend zu informieren um dann überzeugt ein JA oder ein NEIN auf den Abstimmungszettel zu schreiben.
Was mich hingegen viel mehr beschäftigt ist, dass beide Lager, die die Schweiz so behalten wollen, wie sie ihrer Meinung nach sei solle, sich dabei nicht scheuen, immer noch mehr Misstrauen und Verleumdungen zu sähen, Empörung kultivieren, ein Gefühl von Hilflosigkeit züchten, das schliesslich Früchte der Wut trägt. Statt Sachlichkeit werden Emotionen geschürt und anstatt auch berechtigten Werte der jeweils anderen Seite zumindest anzuerkennen, wird lieber verurteilt.
Ich merke an mir selber, wie leicht es mir fällt, so zu funktionieren: Empört darüber, dass es Leute gibt, die sich anmassen, eine andere Meinung zu haben als die meine einzig richtige, höre ich gar nicht mehr zu. Nein, dem politischen Gegner darf ich kein gutes Haar lassen: ‘Alles Vollpfosten!’, wenn ich es harmlos ausdrücke... Aber so möchte und will ich doch gar nicht ‘funktionieren’. Freundlichkeit zu und Respekt vor den Mitmenschen trotz unterschiedlicher Meinungen sollten doch an erster Stelle stehen.
Wie die Fussball-WM wird auch die Abstimmung einmal vorüber sein. Die Siegerinnen und Sieger werden Volkes Wille hochhalten, wogegen die Verliererinnen und Verlierer von Verführung und Falschinformationen schwadronieren werden. Schliesslich werden Expertinnen und Experten die Abstimmung analysieren, über Rösti- und Stadt-Land-Gräben philosophieren und von Stimmungsbildern reden und Werten, die letztendlich entscheidend waren. Schliesslich steht dann irgend wann eine nächste Abstimmung ins Haus.
Bleiben aber wird die politische Kultur, die unsere Bevölkerung immer mehr in Sieger und Verlierer einteilt, anstatt in Menschen, die sich mit unterschiedlichen Meinungen aber letztendlich gemeinsam den Herausforderungen stellen. Wir könnten alle viel voneinander lernen. Von der Schönheit und den Strapazen eines Bergbauernlebens wie von den Freuden und Leiden eines Lebens in einer multikulturellen Stadt. Aber das braucht Zeit, das braucht Engagement, das braucht auch Interesse am Gegenüber.
Da ist es sicher einfacher, beim Unverständnis zu bleiben und einander mit Dreck zu bewerfen. Und spätestens wenn unser Land vor lauter Dreck dann zum Himmel stinkt, haben alle verloren.
Pfr. Cédric Rothacher
Unsere Zeitung «PROFIL»
Alle zwei Monate finden Sie hier alle Informationen zu unserer Kirchgemeinde und darüber hinaus.
Nummer 3/2026: 1. Mai bis 5. Juli 2026
Konzertreihe 2026
Liebe Konzertfreunde und Interessierte
Mit großer Freude darf ich Sie auf unsere Konzertreihe «Orgel-Matinée am Samstag» aufmerksam machen.
In der Kirche Geissberg finden dieses Jahr an 5 Samstagen jeweils um 11 Uhr Orgelkonzerte statt. Sie erwartet rund 45 Minuten Musik mit einigen Spitzen-Organisten unserer Region.
Im Anhang finden Sie den gesamten Flyer mit allen Konzerttermine und Kunstlernamen.
Mit freundlichen Grüßen,
Pietro Dipilato
Organist & Kirchenmusiker
Konzertprogramm 2026
Rechte von Kindern müssen Vorrang haben
Die Schweizerische Flüchtlingshilfe SFH erinnert in einem Positionspapier vom März 2026 an den besonderen Schutzbedarf von unbegleiteten Minderjährigen im Asylbereich, denn – sie sind bis zu ihrem 18. Altersjahr Kinder, unabhängig von ihrem rechtlichen Status.
Die Bundesverfassung und die UNO-Kinderrechtskonvention garantieren allen Kindern spezifische Rechte, die unveräusserlich sind. Sie dürfen weder eingeschränkt noch beschnitten werden.
Für die SFH müssen darum das Wohl des Kindes und dessen spezifische Rechte unter allen Umständen Vorrang haben.
Kinder müssen im Asylverfahren gehört und ernst genommen werden und deren Asylgründe sind im Licht der besonderen Vulnerabilität des Kindes zu interpretieren. Das Verfahren ist an die Bedürfnisse der Kinder anzupassen.
Kinder haben in allen Stadien des Aufenthaltes Anrecht auf eine sichere und kindgerechte Umgebung. Dazu gehört insbesondere die getrennte Unterbringung von Erwachsenen und der Zugang zu Vertrauenspersonen.
Der Kontakt zu Eltern und engen Bezugspersonen bietet Kindern die notwendige Stabilität und Unterstützung für einen erfolgreichen Weg der Integration in der Schweiz. Die Suche nach Familienangehörigen soll aufgenommen werden, sofern es dem Kindeswohl dient.
Für die Unterbringung und Betreuung von Kindern braucht es verbindliche Mindeststandards und Qualitätskriterien. Die Unterbringung ausserhalb grosser Kollektivunterkünfte nimmt auf die besondere Situation der unbegleiteten Minderjährigen Rücksicht.
Das Recht auf Bildung sowie die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht allen Kindern, ihre Selbständigkeit und Selbstwirksamkeit im Übergang zum Erwachsenenleben zu stärken.
Bestmöglicher Schutz für Kinder gelingt bei klar geregelten und gegenüber heute verbesserten Schnittstellen in der Zusammenarbeit aller staatlichen und zivilrechtlichen Instanzen.
Quelle: www.fluechtlingshilfe.ch